Das Schweigen der Hirtinnen und Hirten

6, Jul 2024 | Europa der Werte, Les défis géopolitiques

Am 26. Januar 2024 hielt der Internationale Gerichtshof in dem von Südafrika veranlassten Verfahren unter Nr. 85 einen Punkt fest, der mit viel rhetorischem Aufwand von allen “übersehen” wurde, die sich aus Eigeninteresse für einen sofortigen Waffenstillstand einsetzen:

ICJ 26.01.2024 N° 85. Der Gerichtshof hält es für notwendig zu betonen, dass alle am Konflikt im Gazastreifen beteiligten Parteien an das humanitäre Völkerrecht gebunden sind. Er ist zutiefst besorgt über das Schicksal der Geiseln, die während des Angriffs auf Israel am 7. Oktober 2023 entführt wurden und seitdem von der Hamas und anderen bewaffneten Gruppen festgehalten werden, und fordert ihre sofortige und bedingungslose Freilassung.

Die Tatsache, dass sowohl der amerikanische Präsident als auch der französische Präsident mit Rücksicht auf ihre Wählschaft und die anstehenden Wahlen, die Frage der Geiselbefreiung nachgeordnet behandeln zeigt die doppelten Standards in der Frage der Durchsetzung westlicher Werte, allen voran, die gleiche Menschenwürde für Frauen und Männer.

Wenn eine Schwangerschaft das Ergebnis eines Verbrechens eines Terroristen ist, der zuvor ihre Verwandten ermordet und sie brutal vergewaltigt hat, sind die emotionalen Folgen bei den betroffenen Frauen unvorstellbar und hinterlassen bleibende psychische Narben.

Nach Quellen, der Zeitung MAARIV, gab es in Krankenhäusern im ganzen Land umfassende Diskussionen über die Vorbereitung auf die Rückkehr israelischer Geiseln, die von Hamas-Terroristen sexuell missbraucht wurden und sich in verschiedenen Stadien der Schwangerschaft befinden. Ärzte, Psychologen, Rabbiner . . .  es gibt in Israel keine einschlägige Berufsgruppe, die sich selbst von der Suche nach Lösungen und Beratungsstrategien ausschliesst.

Nach israelischem Recht sind Schwangerschaftsabbrüche erlaubt, wobei den Frauen die Autonomie zugestanden wird, selbst zu entscheiden, wie sie vorgehen wollen. Allerdings steht der Staat nun vor der gewaltigen Aufgabe, die anhaltenden Traumata zu bewältigen, die die Opfer und ihre Familien ein Leben lang belasten werden.

Die von den Hamas-Terroristen selbst erstellten Filmaufnahmen ihrer Angriffe, ihrer Ermordung von Zivilisten und ihrer Vergewaltigungen von Frauen teilweise vor den Augen ihrer Familien, waren bewusste Akte der Machtdemonstration. Die Zurschaustellung ihrer Opfer als ihre Beute, waren ebenfalls bewusste Akte der Machtdemonstration.

Am 07. Juli 2024 sind es neun Monate seit dem Hamas-Massaker. Unter den 136 Geiseln, die trotz des Urteils des Internationalen Gerichtshofs, noch immer von Hamas-Terroristen im Gazastreifen festgehalten werden, befinden sich immer noch junge Frauen.

Diese Verbrechen finden außerhalb Israels oder der jüdischen Gemeinden in Europa, in Kanada und den USA keine Aufmerksamkeit bei den berühmten Kämpferinnen und Kämpfern der MeToo Bewegung. Diese haben sich ebensowenig geäußert, wie die ProLife-Bewegungen der Abtreibungsgegner oder die katholische Kirche, deren gemeinsame Kommunikationsmöglichkeiten, oder deren Philosophische-, Theologische-, ethische und Gynäkologische Kompetenz weder bezweifelt, noch geleugnet werden kann.

Aus Berichten vom 7. Oktober geht hervor, dass die Terroristen abscheuliche Vergewaltigungen begangen haben, dies wird bestätigt durch die Aussagen einiger zurückgekehrter Geiseln, aus denen hervorgeht, dass die Frauen während ihrer Gefangenschaft sexuellen Belästigungen, und auch Mehrfach-Vergewaltigungen, ausgesetzt waren.

Dies hat Gynäkologen in den letzten Wochen in internen Diskussionen zur Einschätzung veranlasst, dass Gefangene vergewaltigt wurden und seit mehreren Wochen schwanger sind. –  Schwangerschaften am 07. Oktober 2023 oder in der Woche danach kommen naturgemäß um den 07. Juli 2024 zu Ende.-

Das Schweigen der Hirtinnen und Hirten

Auch dazu hören wir von den berühmten Kämpferinnen und Kämpfer der MeToo Bewegung, wie z.B. Michelle Obama oder Angelina Jolie oder die Menschenrechtsanwältin Amal Clooney, die Südafrika bei der Klage gegen Israel beraten hat,  ebensowenig, wie von ProLife-Bewegungen der Abtreibungsgegner oder von der katholischen katholische Kirche im Geiste der Enzyklika “Amoris Laetitia”. – Es herrscht das Schweigen der Hirtinnen und Hirten.

Auch von Abtreibungsbefürwortern, die für sich beanspruchen, für die Würde und das Selbstbestimmungsrecht der Frauen einzutreten, ist keine öffentliche und nachdrücklich vorgetragene Forderung nach Freilassung der Frauen zu hören oder zu lesen. –

Zur Erinnerung: ICJ 26.01.2024 N° 85. Der Gerichtshof hält es für notwendig zu betonen, dass alle am Konflikt im Gazastreifen beteiligten Parteien an das humanitäre Völkerrecht gebunden sind. Er ist zutiefst besorgt über das Schicksal der Geiseln, die während des Angriffs auf Israel am 7. Oktober 2023 entführt wurden und seitdem von der Hamas und anderen bewaffneten Gruppen festgehalten werden, und fordert ihre sofortige und bedingungslose Freilassung.

Es drängt sich der Gedanke auf, dass die gefangengehaltenen israelischen Frauen sowohl mit der mit der Frage und den unbestreitbaren Folgen einer Abtreibung als auch mit den Folgen einer aufgezwungenen Schwangerschaft alleine gelassen werden.

Wen kümmert auch das Dilemma der Mütter wider willen: Die durch die Vergewaltigungen gezeugten Kinder sind genetisch ihre eigenen Kinder, gleichzeitig aber auch Kinder des Mörders der Familie oder des angetrauten Ehemanns der Kindesmutter.

Mediziner bereiten sich auf das Szenario vor

Gynäkologen-Teams in medizinischen Zentren im ganzen Land haben bereits Fachleute benannt, die sich auf ein solches Katastrophenszenario vorbereiten. Die Ärzte betonten, dass der medizinische Aspekt auf etablierten Protokollen für den Schwangerschaftsabbruch beruht. Israel muss sich nun jedoch mit dem schwierigsten Element auseinandersetzen: den schwerwiegenden psychischen Auswirkungen auf eine gefangene Frau, die schwanger geworden ist.

„Das menschliche Gehirn kann die Situation einer gefangenen Frau nur schwer begreifen, die nicht nur mit der Schwangerschaft fertig werden muss, sondern auch mit der Tatsache, dass sie durch die brutale Vergewaltigung durch einen mörderischen Terroristen gezeugt wurde“, sagte Prof. Tal Biron- Shental, Vorsitzende und Leiterin der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie am Meir Medical Center in Kfar Saba.

„Die Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs ist ein Verfahren, mit dem wir alle vertraut sind und das wir beherrschen. Die größte Herausforderung, der sich der Staat jetzt stellen muss, ist jedoch das schreckliche und entmutigende psychische Trauma. Eine schwangere Frau, die die Bewegungen des Fötus spürt und einen sichtbar wachsenden Bauch hat, hängt natürlich am Fötus.

Aber wenn die Schwangerschaft das Ergebnis eines Terroristen ist, der zuvor ihre Verwandten ermordet und sie brutal vergewaltigt hat, sind die emotionalen Folgen unvorstellbar. Sie werden bei der Frau und ihrer Familie jahrelang bleibende psychische Narben hinterlassen.”

Untätigkeit verschärft die Probleme

Ab dem 07. Juli 2024  kommt eine weiteres Szenario zunehmend in den Bereich des Möglichen:

Die jubelnd ausgeführte sadistische Barbarei der Terroristen ist aufgrund deren eigener filmischer Dokumentation hinreichend bekannt. – Die Leugnung durch europäische oder US-amerikanische Medien ist für die dokumentierten und geschichtsrelevanten Tatsachen unerheblich.

Durch die völlige Abwesenheit des Internationalen Roten Kreuzes und nach der Unterwanderung und Instrumentalisierung der UNRWA durch die Hamas, gibt es seit neun Monaten keine Besuche bei den Geiseln, keine medizinische Versorgung oder Untersuchung. Keine internationale Organisation auch nicht die katholische Kirche in Gaza, im Westjordanland hat sich um Informationen darüber bemüht, wieviele Geiseln noch am Leben sind und wie ihr Gesundheitszustand ist.

Der 07. Juli 2024, neun Monate nach den Geiselnahmen und nach den ersten Vergewaltigungen, wirft eine neue Frage auf: Wenn die Kinder geboren sind, werden sie bei ihren Müttern bleiben dürfen ? Oder werden sie von Ihren Müttern getrennt ?

Seit Russland von 2022 an 20.000 Kinder aus den östlichen Landesteilen der Ukraine entführt hat, sie über Russland verteilt hat und ihre Adoption durch russische Eltern organisiert, ist diese Frage geboten.- TH

https://stories.bringthemhomenow.net/

 

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